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23. März 2026
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Kanton Bern: Straftaten insgesamt rückläufig – einzelne Deliktsbereiche mit Zunahmen

Am Montag hat die Kantonspolizei Bern anlässlich eines Medienanlasses die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 für den Kanton Bern vorgestellt. Diese weist im Jahr 2025 weniger Straftaten aus als 2024. Während verschiedene Deliktsbereiche rückläufig sind, zeigen sich in einzelnen Bereichen – etwa bei Einbruchdiebstählen oder Sexualdelikten – weiterhin Herausforderungen. Bei der Bekämpfung von Menschenhandel wurden grosse Erfolge verzeichnet.

Die Kantonspolizei Bern präsentierte am Montagvormittag, 23. März 2026, anlässlich eines Medienanlasses die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2025 für den Kanton Bern. Der Kommandant Christian Brenzikofer und der Chef der Kriminalabteilung Martin Schindler präsentierten die Zahlen den anwesenden Medienschaffenden. Im Bereich des Strafgesetzbuchs (StGB) sowie des Betäubungsmittelgesetzes (BetmG) wurden Rückgänge verzeichnet. Einzig Straftaten gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz (AIG) sind leicht angestiegen. Erfreulich ist, dass die Aufklärungsquote im Bereich des StGB leicht gesteigert werden konnte. Bei den anderen beiden ausgewiesenen Gesetzen konnte die Aufklärungsquote gehalten werden.

Konkrete Zahlen zu einigen für den Kanton Bern ausgewiesenen strafrechtlich relevanten Handlungen (z.B. digitale Kriminalität, häusliche Gewalt, etc.) sowie verschiedene Kennzahlen der Kantonspolizei Bern sind erneut in einem Factsheet «Zahlen in Kürze» zusammengefasst. Detaillierte Aufschlüsselungen der PKS sind auf der Webseite der Kantonspolizei Bern zu finden. 

Einbruchdiebstähle gestiegen – übrige Vermögensdelikte gesunken

Im Gegensatz zum Jahr 2024 verzeichnete die Kantonspolizei Bern im vergangenen Jahr einen Rückgang bei den Vermögensdelikten, konkret bei Entreiss-, Einschleich-, Taschen- und Trickdiebstählen sowie Fahrzeugeinbruchdiebstählen – letztere haben sich im vergangenen Jahr fast halbiert. Im Jahr 2025 sind der Kantonspolizei Bern trotz Rückgang zahlreiche Täteranhaltungen, unter anderem in flagranti, im Zusammenhang mit Vermögensdelikten gelungen. Die Zahlen beim Einbruchdiebstahl sind jedoch angestiegen. Es ist nach wie vor so, dass vor allem im Wohnbereich solche Einbrüche nicht nur nachts, sondern auch tagsüber geschehen können. «Es ist erfreulich, dass sich die Zahlen im letzten Jahr grösstenteils positiv entwickelt haben. Auch der Anteil der Beschuldigten aus den Maghreb-Staaten hat im Jahr 2025 deutlich abgenommen, nachdem wir im 2024 diesbezüglich einen starken Anstieg zu verzeichnen hatten. Im Bereich des Einbruchdiebstahls wollen wir weitere Schwerpunkte setzen und es wird nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Präventionskampagnen sein, auf die wir auch im kommenden Jahr grossen Wert legen», sagt Martin Schindler, Chef der Kriminalpolizei der Kantonspolizei Bern. 

Digitale Kriminalität – stagnierende Zahlen, aber steigende Komplexität

Im Bereich der digitalen Kriminalität hat sich die Anzahl Fälle nach einem starken Anstieg in den vergangenen Jahren im Jahr 2025 stabilisiert. Der grösste Teil ist auf Straftaten der Cyber-Wirtschaftskriminalität zurückzuführen. Während die Zahlen bei Cyberbetrug gesunken sind, nahmen unter anderem die Fälle von Phishing zu. «Die Zahlen bleiben zwar auf einem ähnlichen Niveau, aber die Fälle nehmen an Komplexität zu – sowohl hinsichtlich Modus Operandi als auch in der Strafverfolgung. Erfreulich ist aber trotzdem die Aufklärungsquote von 14%», erklärt Martin Schindler.

Im vergangenen Jahr erhielt die Kantonspolizei Bern zahlreiche Meldungen zu «betrügerischen Telefonanrufen». Entsprechend wurde regelmässig aktiv über das Phänomen informiert – einerseits in Form von Medienmitteilungen oder auf den Kanälen in den sozialen Medien. Dies wird bei einer Häufung eines spezifischen Phänomens auch weiterhin so gehandhabt.

Gewaltstraftaten stabil – Zunahme minderschwerer Gewalt bei Minderjährigen

Bei den schweren Gewaltstraftaten gibt es keine grossen Veränderungen im Vergleich zum Jahr 2024. Erfreulicherweise sind die schweren Körperverletzungen zurückgegangen. Der Anteil der einfachen Körperverletzungen stieg jedoch leicht an. Ein deutlicher Anstieg wurde bei den beschuldigten Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren festgestellt. Dabei handelt es sich oftmals um Schläge und Tritte gegen den Kopf – sowohl bei den Tätlichkeiten als auch bei den Körperverletzungen. Die meisten Taten werden dabei in der Schule und deren Umgebung begangen. Das Thema Jugendgewalt bleibt ein wichtiger Bestandteil der Arbeit der Kantonspolizei Bern und wird auch im kommenden Jahr eine zentrale Rolle in der Prävention spielen. «Es ist wichtig, dass wir engen Kontakt mit den Jugendlichen haben und sie früh präventiv abholen können. Dies mit dem Ziel der aktuellen Entwicklung – vor allem bei den 10 - 14-Jährigen – entgegenzusteuern», sagt Christian Brenzikofer, Kommandant der Kantonspolizei Bern.

Sexualdelikte nehmen zu – Unterstützung von Gewaltopfern im Fokus

Bei den Straftaten gegen die sexuelle Integrität musste im Kanton Bern im vergangenen Jahr ein Anstieg verzeichnet werden. Insbesondere der Straftatbestand der Vergewaltigung hat zugenommen. Dies kann unter anderem daran liegen, dass die neue Sexualstrafrechtsreform, welche seit dem 1. Juli 2024 in Kraft ist, welche neue Definitionen, wie z.B. «nein ist nein», beinhaltet. Die genauen Auswirkungen der Reform zeigen sich aber erst nach einer gewissen Zeit. «Die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ist ein Herzensthema der Kantonspolizei Bern. Trotz der an sich positiven Entwicklung des erhöhten Anzeigeverhaltens bleibt das Thema weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt in der täglichen Arbeit», unterstreicht Christian Brenzikofer.

Erfolge bei der Bekämpfung von Menschenhandel und Förderung Prostitution

Die Kantonspolizei Bern hat in mehreren umfangreichen Ermittlungsverfahren in Zusammenhang mit Menschenhandel und Förderung der Prostitution zahlreiche Opfer identifiziert und mehrere Beschuldigte Personen ermittelt. Da die Ermittlungen im Jahr 2025 abgeschlossen wurden, verzeichnet die PKS 2025 daher einen hohen Anstieg dieser Delikte. Während weibliche Opfer grösstenteils aus China stammen, handelt es sich bei den männlichen Opfern grösstenteils um Männer aus Südamerika. 

Mehr Hassdelikte registriert

Die Kantonspolizei Bern erfasst seit 2023 LGBTIQ-feindliche Straftaten sowie andere sogenannte Hate Crimes. Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 60 Meldungen im Kanton Bern ein. Das sind 27 Meldungen mehr als im Jahr 2024. Mehrheitlich wurden Diskriminierung und Aufruf zu Hass, Beschimpfung und Tätlichkeit angezeigt. Der Grossteil der Motive dieser Straftaten betraf die Ethnie oder die sexuelle Orientierung. Die detaillierte Statistik ist auf der Webseite der Kantonspolizei Bern zu finden. 

(jef/pg) 

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